28
Jul
2014
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Wie Lotta mir das Leben rettete

Letztes Jahr fragte mich eine nette Studentin von der EB Zürich, die zufällig in meine Nachbarschaft gezogen war, ob ich ihre Katze hüten würde. Im Gegenzug würde sie mir den gleichen Liebesdienst bei meinen Katzen anbieten, wenn ich in die Ferien fahren wollte. Meine Ferien in Sabaudia am Meer waren gebucht, also war das Gegengeschäft paletti. Lotta, die absolute Lieblingskatze all over the world von Nadja war von aussen betrachtet ein Ganztagesjob, morgens um sechs musste sie rausgelassen, abends um sieben wieder eingeschlossen werden und zwischendurch auch mal gestreichelt. Da meine Arbeitszeiten dazu passten, war alles okay. Nur kam sie am zweiten Abend nicht nach Hause. Nach dem ich ein paar Stunden gewartet hatte und auf dem geräumigen Sofa eingenickt war, war Lotta aber immer noch nicht erschienen. Ich ging nach Hause um etwas zu essen und kam wieder mit dem Laptop zurück, weil ich eine halbe Idee hatte, was ich meiner Tochter auf den 21. Geburtstag schenken wollte: Ein Booklet mit all den guten Rezepten ihrer Nonna und ein paar Gartentipps des Nonnos. Auf Englisch und gedruckt wie die SJW Heftli, die wir früher in der Schule in der Vorweihnachtszeit bestellen durften.

Das Gefährlichste beim Schreiben ist immer das Abschweifen, aber so auf dem Sofa festgenagelt, ganz ohne Internet und auf die Katze wartend, kam und blieb die Inspiration: Ich begann mit der Herkunft meiner Familie die Schattenseite der Amalfitanischen Küste. An diesem Abend kam Lotta nicht nach Hause, was ich per Whatsapp an irgendeinen Strand in Südostasien signalisieren musste. Aber der Anfang der Broschüre war gemacht und wurde für die Weltreise meiner Tochter das Souvenir von Zuhause zum Weiterschenken an ihre Gastgeber und zum daraus ihr Heimweh zu bekämpfen. Danke Lotta!

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