3
Sep
2014
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Bildungsgang der Texter*

Wie messen Sie Ihren Berufserfolg? Ist es der Kontostand, der anzeigt wie erfolgreich sie sind? Oder ist es das Mass an Respekt, den Sie sich durch Ihre Arbeit bei den Menschen verdienen? Natürlich ist beides anzustreben, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass eines davon immer ein Mü wichtiger ist. Ich gehöre zur zweiten Gruppe, ganz eindeutig. Respekt ist langfristig gesehen auch die bessere Investition. Nach sage und schreibe fünfundzwanzig Jahren hat mir eine respektvolle Empfehlung eines ehemaligen Vorgesetzten und Agenturinhabers eine Anstellung als Bildungsgangsleiterin geebnet. Peter Lesch via Peter Hauser via Nikolaus Stähelin. Ich habe mir den Respekt bei Peter Lesch als Junior Texter verdient, durch meine Kreativität gekoppelt an mein grosses Durchhaltevermögen und getragen von meiner Arbeitsethik. Alles Ressourcen, die ich an der EB Zürich in meiner lehrenden Funktion gut gebrauchen kann. Persönlich und professionell waren der Start und die Durchführungen des Bildungsgangs für Texterinnen und Texter mit eidg. Fachausweis eine komplette Überforderung. Das kenne ich gut aus meinem Agenturleben. Das Unmögliche möglich machen. Kunst und Kommerz, Kreativität und Kompetitivität in einem Claim, einer Idee, einem Konzept vereinen UND dem Kunden verkaufen. Jedes mal eine Wunderleistung eines Teams. Ich bin eine Einzelkämpferin und mag am liebsten Zweierteams, die sich blind verstehen. Da habe ich auch an der EB Zürich Glück gehabt. Erica Sauta ist meine rechte Hand und eine gelungene Kombination von Zuversicht, Pflichtbewusstsein und Ideenkapital. Nun haben wir also nach drei Jahren einen erprobten Bildungsgang für Texterinnen und Texter, der einen top-qualitativen Zuwachs in der Branche garantiert, wie von der Eidgenossenschaft gefordert. Manchmal berichten mir Abgänger von neuen Schlaufen in ihren Laufbahnen und wollen ein Empfehlungsschreiben, das ich sehr gerne schreibe, weil ich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf Herz und Nieren geprüft habe und weiss, wo ihre Talente stecken. Ich freue mich natürlich, wenn sie die Karriereleiter hinaufsteigen oder sich mutig selbständig machen. Ich liebe den Texterberuf leidenschaftlich, es gibt keinen besseren. Er macht Dich reich, auf viele Arten. Und ja es gibt Durststrecken, in denen man sich fragt, was man überhaupt kann, ausser texten. Das Fazit nach drei Dekaden ist dann doch: texten. Ein respekterheischender Mix von kunstvollen, kreativen, kommerziellen und kompetitiven Zeilen, der innert Sekunden auf dem Komposthaufen des Vergessens landen kann. Und manchmal Berge versetzt. Start am 23.10 2014.

*In den Achtziger Jahren gab es nur „den Texter“, wie es nur „den Rockstar“ gab. Weil ich damals gestartet bin, verwende ich oft nur die männliche Form. (80ies Native sozusagen).Die Wahrheit ist: 80% der Teilnehmenden sind Frauen. Fazit: Die Zukunft des Textens ist vornehmlich weiblich.

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