22
Nov
2014
1

Will blog for food.

Ich habe nichts anbrennen lassen. Mit Mass und Mut zum Kontrapunkt habe ich mich ans Rezept gehalten. Meine liebste Temperatur war, auf kleinem Feuer vor sich hin köcheln lassen. Es war immer zuviel, nie zuwenig. Es gab immer Platz für einen mehr am Tisch. Jedes Mal, wenn die Arbeit von Tagen oder Stunden in den Tellern serviert wurde, war mir bewusst, Vollkommenheit hat eine kurze Halbwertszeit. Wenn es der grösste Lebensauftrag ist, sich selber zu werden, zu sein und zu bleiben, dann sind meine Schreib- und Kochkünste die herausragendsten und konstantesten Beigaben, die meine Identität definieren. Sie erwecken mich immer wieder zum Leben, ganz egal wie weit weg von meinem Weg ich verloren gegangen bin. Bis 21 durfte ich kein Ei kochen zu Hause wegen des Mammatriarchats. Ausser samstags, Wienerli wärmen für meinen Bro. Ich habe dann durch die Zugabe aller Gewürze im Schränkli eine Art Hexensuppe daraus gemacht. Er hat überlebt. Später ist er nach Idaho ausgewandert und wir kochen jetzt synchron an Thanksgiving den fabulösen Turkey mit Salsiccia und Salbei Füllung. Für meine Babys habe ich gedünsteten Eisberg Salat Chinese Style erfunden und Penne al Salmone mit Béchamelsauce. In meiner Patchworkfamilienzeit war Sushi eine beliebte Sonntagsbastelei, und mit 12 x 12 Stück haben wir fast den Output eines kleinen Caterings erreicht. Richtig Gas gegeben als Gourmand habe ich mit meiner Lieblingssizilianerin und Übersetzerin Ketty Salafia für Slow Food. Fast fünfzig Presidio Produkte haben wir probiert und beschrieben. In fünf Wochen. Eine Schlaraffenland-Marke für Food-Obsesessd People mit Verantwortungsgefühl. „Die San Marzano Tomaten werden nur nach Sonnenuntergang geerntet.“ Meine Spaghetti mit Bottarga stammen aus dieser Zeit. Die Rezepte, die unsere Italo-Familie zusammenhalten, sind in einer kleinen Broschüre auf Englisch!, gelandet und rund um den Globus gereist im Gepäck meiner Tochter. Vom Sonntagssugo mit Brasciola bis zu den Weihnachts-Artischocken auf dem Kohlenfeuer, habe ich vor ihrer Abreise superrapido noch unser Cucina Povera Vermächtnis aus Napoli in Worte gefasst. Zur Freude vieler Gastgeber von Vancouver über Fidji bis nach Byron Bay in Australien. Jetzt freue ich mich zu Italo-Food zu bloggen und auf einer sympathischen Facebookseite namens il Gusto Italiano Neues und Altes kennenzulernen. Wer italienische Wurzeln und Antennen hat, ist eingeladen, mitzumachen. Benvenuti Amici.

Kommentar hinterlassen