22
Mrz
2017
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Die mentale Medizin

Unsere Gesundheit ist uns viel wert. Wer nicht gesund ist, kann nicht arbeiten. kann kein Geld verdienen und kann kein selbstbestimmtes Leben führen. Deshalb hat sich eine ganze Industrie gebildet, die dafür sorgt, dass wir arbeitsfähig sind und bleiben. Richtig gesund muss man ja gar nicht sein. Chronische Krankheiten, die mit Tabletten in Schach gehalten werden können, sind auch okay.Und man kann ja viel über den Lifestyle und die Essgewohnheiten machen. In meinen Jahren in der Coach-Ausbildung war die Zulassung zur Krankenkasse für Gesundheitscoaches ein heiss diskutiertes Thema. Sollte man das Axiom, dass der Coachee, also der Klient, sich nur verbessern konnte, wenn er die Veränderung auch voll und ganz selber trägt, über Bord werfen? Den einmaligen Eingriff als Coach zur Serie ausbauen? Wie immer haben sich die einen so, die anderen anders entschieden. Ich habe Mitte 40 aus Gesundheitsgründen meine Pensionskasse aufgelöst, eine Auszeit genommen und ganz unternehmerisch investiert in vier neue Ausbildungen: Ich bin dipl. Integral Coach, dipl. Mental Coach, dipl. spirituelle Prozessbegleiterin und Erwachsenenbildnerin mit eidg. Fachausweis. Letzteres lebe ich an der EB Zürich aus und habe dort sogar meinen Erstberuf, den der Texterin wieder ganz neu kennengelernt. Als BG-Leiterin habe ich sieben Dozentinnen und Dozenten gewählt, die alle ein anderes Fachgebiet haben. Und so hat der Bildungsgang TexterIn mit eidg. Fachausweis meine Führungsqualitäten zum Tragen gebracht und mir sogar neue Kompetenzen beigebracht. Ich bin jetzt 54 Jahre alt und schaue gut gerüstet nach vorn. Die Nachricht, dass 2030 die AHV bankrott ist, quittiere ich mit einem Achselzucken, da ich eh nicht vorhabe jemals in Pension zu gehen. Ich arbeite sehr, sehr gern. Als selbständige Texterin/Konzepterin kann ich viel Geld verdienen und als Coach arbeite ich für andere Werte. Kreativität war und ist mein grösstes Kapital und ich habe es meine Kunden nie verraten, aber es sind alles Träume in gut gewählten Worten, die ich ihnen verkauft habe. Als Claims, Kampagnen, Konzepte, Mailings, Posts und mehr. Als Coach bin ich auch kreativ, es ist ein hausgemachtes Rezept, die mentale Medizin. Wieder einmal sind es meine Eltern, die mir grosse Vorbilder sind. Besonders jetzt in der letzten Phase ihres Lebens mit Tod und Krankheit als Begleiter. Sie sind wundervolle, sehr bewusste Menschen und die Liebe, die sie von mir akzeptieren in Form von guten Worten und Gedanken, ist für mich ein Geschenk. Natürlich werde ich oft wütend und traurig, weil sich Dinge nicht mit dem Willen zum Guten ändern lassen. Aber was ich gelernt habe dank meines Vaters und meiner Mutter ist, dass sich ein Sinn finden lässt für alles. Nur den Willen, diese Einsicht einzusetzen, darf man sich nicht nehmen lassen: Ich bin ein Coach, den man besuchen soll, um das Leben zu diskutieren, das Heilwerden Schritt für Schritt zu zelebrieren und den Sinn des eigenen Daseins in gute Worte zu fassen. Mein italienischen Verwandten halten sich jetzt den Bauch vor Lachen und sagen: Das machen wir bei jeder Mahlzeit in der Familie. Ja, wahrscheinlich ist sie deshalb so berühmt, die meditarrene Diät, aber niemand ist sich der wichtigsten Zutat bewusst: Das Miteinander reden.

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